
Adoptiere den Nil in Assiout: Eine Geschichte der Erneuerung
Von Amin Sabri
Im Herzen Oberägyptens ist der Nil mehr als nur ein Fluss; er ist seine Lebensader. Für Ahmed, einen Fischer in dritter Generation aus Assiout, ist der Fluss seine Geschichte und seine Hoffnung. Er segelt mit einem alten, verwitterten Boot, das er von seinem Vater geerbt hat – ein Schiff, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Doch in den letzten Jahren ist der Nil erschöpft. Verschmutzung und Plastikmüll haben das Wasser verschmutzt, die Fischbestände sind zurückgegangen und Ahmeds tägliches Einkommen ist mit ihnen gesunken.
Ahmeds Kampf war nicht nur finanzieller Natur, sondern ein komplexes Geflecht aus Logistik und Sicherheitsfragen. Mit drei kleinen Kindern – Omar (5) und den Zwillingen Ali und Mona (3) – standen Ahmed und seine Frau Zeinab vor einer herzzerreißenden Entscheidung. Da die Kinder noch nicht schulpflichtig waren und nicht allein gelassen werden konnten, begleitete Zeinab Ahmed auf dem Boot, um ihn bei der Arbeit zu unterstützen und gleichzeitig auf die Kleinen aufzupassen. Der Nil, einst eine Quelle des Überflusses, war zu einer unsicheren „Kinderstube“ für die nächste Generation geworden.

Globale Zusammenarbeit – die Brücke zwischen den Grenzen
Da Ahmeds Notlage fast alle Fischerfamilien der Region betraf, führte der Rotary Club Al Shorouk in Ägypten eine umfassende Studie in der Gemeinde durch. Um die Vision des Wandels in die Realität umzusetzen, schloss er sich mit dem Rotary Club Mönchen-Land zusammen. Gemeinsam starteten sie, gefördert durch einen Rotary Global Grant, ein vielschichtiges Projekt zur Sanierung des Flusses und der Gemeinde. Das Projekt „Adopt the Nile Assiout“ war neben mehreren Aufräumaktionen das zweite Global-Grant-Projekt im Rahmen des Rotary-Programms. EndPlasticSoup Nile-Programm für plastikfreies Leben.

Ein wiedergeborener Fluss
Die Transformation war mehr als nur physischer Natur; sie bedeutete eine völlige Neugestaltung des Lebens auf dem Wasser. Das Projekt ging den Kreislauf von Armut und Umweltverschmutzung aus vier verschiedenen Blickwinkeln an:
- Sicherheit und Effizienz: Ahmed und seine Fischerkollegen erhielten neue, moderne Boote. Diese Schiffe waren nicht nur Arbeitsgeräte, sondern Symbole eines Neuanfangs und ermöglichten sicherere und produktivere Tage auf dem Wasser.
- Das Zentrum „Kinder des Nils“: Um die Betreuungskrise zu lösen, wurde eine spezielle Kindertagesstätte gegründet. Sie trug den Namen „Kinder des Nils“ und bot Omar, Ali und Mona ein sicheres und lehrreiches Umfeld, sodass Zeinab sich endlich wieder ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten widmen oder den Haushalt führen konnte.
3. Abfall in Wertstoffe verwandeln:
Eine Recyclinganlage und eine Werkstatt wurden eingerichtet. Lokale Kunsthandwerkerinnen wurden darin geschult, recycelten Kunststoff in hochwertige Produkte umzuwandeln. Dadurch wurden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern eine neue lokale Wirtschaft etabliert.

4. Reinigung der Lebenslinie:
Der wohl innovativste Aspekt war der „Sammelanreiz“. Fischer wurden gebeten, während des Fischens schwimmenden Plastikmüll einzusammeln. Das Projekt kaufte ihnen diesen Plastikmüll anschließend für die Recyclinganlage ab und bot ihnen so ein sofortiges Zusatzeinkommen, während gleichzeitig der Fluss systematisch gereinigt wurde.

Fazit
Heute ist das Wasser des Nils in Assiout klarer, doch die wahren Auswirkungen zeigen sich an Land. Ahmed sorgt sich nicht länger um die Stabilität des alten Bootes seines Vaters, und Zeinab fürchtet nicht mehr um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Wasser. Durch die Brücke zwischen Al Shorouk und Moenchen-Land hat der Rotary Global Grant mehr bewirkt als nur die Bereitstellung von Ausrüstung – er hat den Fischern ihre Würde zurückgegeben und den Kindern des Nils eine bessere, sauberere Zukunft gesichert.
Ein weiteres Global Grant-Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen, siehe https://endplasticsoup.org/assiut-adopt-a-river/








